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Gruppe 3: Testimonials of Psychiatric Patients - Die Sammlung Prinzhorn auf dem Weg zum UNESCO-Weltdokumentenerbe

Die dritte Arbeitsgruppe, bestehend aus Antoni Kwiatkowski und Johanna Niebeling, widmete sich der Frage, ob Bestände der Sammlung Prinzhorn für eine Aufnahme in das UNESCO-Register Memory of the World (Weltdokumentenerbe) infrage kommen. Hierfür recherchierten die Studierenden zunächst das Nominierungsverfahren sowie die Anforderungen der Deutschen UNESCO-Kommission. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Kriterien eine erfolgreiche Bewerbung erfüllen muss und welche Schritte von der Einreichung eines Kurzexposés bis zu einer möglichen internationalen Nominierung erforderlich sind.

In enger Zusammenarbeit mit Dr. Thomas Röske wurden die Bestände der Sammlung hinsichtlich ihrer Eignung für eine Nominierung analysiert. Dabei standen insbesondere ihre dokumentarische Aussagekraft, Authentizität, Provenienz, Einzigartigkeit und internationale Bedeutung im Fokus. Auf Grundlage vergleichbarer Weltdokumentenerbe-Nominierungen fiel die Entscheidung, die Bewerbung auf die bis 1945 entstandenen Werke der Sammlung zu konzentrieren. 

 

Ziel war es, ihre Bedeutung als außergewöhnliche dokumentarische Zeugnisse psychiatrischer Patient herauszuarbeiten und ihre Eignung für das UNESCO-Programm zu begründen.

Zur fachlichen Beratung führten die Studierenden Gespräche mit Expert des UNESCO-Programms sowie mit Beteiligten früherer erfolgreicher Weltdokumentenerbe-Nominierungen. Wertvolle Impulse lieferten insbesondere Claudia Brincks-Murmann, Referentin für Memory of the World bei der Deutschen UNESCO-Kommission, sowie Prof. em. Dr. Jutta Ströter-Bender, Koordinatorin der UNESCO-Nominierung Zeichnungen und Schriften von Kindern und Jugendlichen in Kriegszeiten. Die Gespräche behandelten unter anderem Fragen der Provenienz, des Persönlichkeitsschutzes, des Umfangs der Nominierung sowie Perspektiven einer späteren internationalen Gemeinschaftsnominierung.

Auf Grundlage der Recherchen und Expertengespräche entstand ein Kurzexposé nach den Vorgaben der Deutschen UNESCO-Kommission. Darin wird die Sammlung Prinzhorn als außergewöhnliches dokumentarisches Zeugnis psychiatrischer Patient vorgestellt und ihre nationale wie internationale Bedeutung für das UNESCO-Programm Memory of the World begründet.

Das Projekt wurde nach Abschluss des Seminars gemeinsam mit Dr. Thomas Röske weitergeführt und zu einer internationalen Gemeinschaftsnominierung mit Partnereinrichtungen in Europa sowie Nord- und Südamerika ausgebaut. Auf dieser Grundlage konnte das Kurzexposé unter dem Titel Testimonials of Psychiatric Patients up to 1945 in International Collections (proposed by the Prinzhorn Collection) als erster Schritt des Nominierungsverfahrens erfolgreich bei der Deutschen UNESCO-Kommission eingereicht werden. Damit mündete die im Seminar entwickelte Projektidee unmittelbar in einen realen UNESCO-Nominierungsprozess. Über die Aufnahme in die deutsche Vorschlagsliste entscheidet nun das nationale Nominierungskomitee.