Ringvorlesung Kulturerbe im 21. Jahrhundert

Öffentliche Ringvorlesung im Sommersemester 2026

Kulturelles Erbe steht vor vielfältigen aktuellen Herausforderungen. In der diesjährigen Ringvorlesung des HCCH referieren kompetente Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Praxis zu unterschiedlichen Problembereichen – von den kritischen Kulturerbewissenschaften und der wissenschaftlichen Denkmalpflege bis hin zum zeitgemäßen Stättenmanagement und dem Schutz von Kulturgut in Kriegssituationen. Eine Podiumsdiskussion zur „Zukunft der Museen“ rundet die Veranstaltungsreihe ab.

Bitte beachten Sie, dass die Ringvorlesung an unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichen Zeiten stattfindet. Die entsprechenden Informationen finden Sie hier auf der Website beim jeweiligen Termin.

 

Zum vollständigen Programm

Zu sehen ist das Veranstaltungsplakakt der Ringvorlesung

Hinweise für Studierenden: Der vollständige Plan der Ringvorlesung sowie die Termine der Lektüresitzungen sind im zugehörigen Moodle-Kurs hinterlegt. Alle über heiCO angemeldeten Studierenden erhalten zu Beginn des Semesters per E-Mail weitere Informationen und den Einschreibeschlüssel zum Kurs; alle weiteren interessierten Studierenden können den Einschreibeschlüssel per E-Mail unter Studiengangskoordination@hcch.uni-heidelberg.de anfordern.

Nächste Veranstaltung

Dr. Mechtild Rössler, Freiburg 

World Heritage in times of war and conflicts

Montag, 18.05., 16.15 Uhr    
Neue Universität, HS 03       

In numerous countries and regions, including in Europe, the Middle East, Africa and South-East Asia – many heritage sites have been damaged in recent years by wars and armed conflicts. A great number of these sites are included on UNESCO’s World Heritage List or are under enhanced protection with the 1954 Hague Convention and its two protocols. It appears that cultural sites become more and more targets of attacks, in a few cases also because of their international recognition through the 1972 UNESCO World Heritage Convention. This presentation by Dr Mechtild Rössler, former Director of the UNESCO World Heritage Centre, aims to demonstrate, from a practical perspective, what local stakeholders and the international community as a whole can do to protect cultural heritage sites and movable cultural objects. She also draws on her extensive field experience including in combat zones and from recent capacity building workshops. 

Mechtild Rössler studied cultural geography in Freiburg. Her doctoral thesis (University of Hamburg) focused on a topic in political geography. In 1991 she joined UNESCO, working in the Division for Ecological Science, then in UNESCO’s 1992 newly established World Heritage Centre in Paris. From 2015 until 2021 she was Director of the UNESCO World Heritage Center.

Programm

Mittwoch, 29.04., 18.15 Uhr            
Neue Universität, HS 09

Von Konservierung und Restaurierung zu Prävention und Klimaanpassung. Denkmalpflege im 21. Jahrhundert

Prof. Dr. Ingrid Scheurmann, Dortmund

Der menschengemachte Klimawandel verändert die Voraussetzungen von Denkmalschutz und Denkmalpflege. Zunehmend sind die Gesellschaften weltweit mit unkalkulierbaren Extremwetterereignissen konfrontiert, deren Ursachen in der Vergangenheit liegen, deren zerstörerische Folgen indes die Gegenwart belasten und weit in die Zukunft hineinreichen. Denkmalpflege, Natur- und Umweltschutz sind angesichts dessen gefordert, stärker als zuvor zusammen zu arbeiten, integrierte Schutzmaßnahmen zu ergreifen, präventiv tätig zu werden und im Sinne von Generationengerechtigkeit auf die Vermeidung von Schäden zu setzen. Der Vortrag schaut auf die Herausforderungen und Potenziale von Klimaanpassungsmaßnahmen, historischem Wissen und Nature-Culture-Denken.

Ingrid Scheurmann ist Historikerin und Denkmalpflegerin sowie Honorarprofessorin an der TU Dortmund. Seit 2023 Leiterin des DBU-Projekts Denkmalpflege und Klimawandel. Denkmallabore zu Zukunftsfragen der Erhaltung. Zahlreiche Publikationen zur Geschichte und Theorie der Denkmalpflege, zuletzt: Fragiles Erbe. Schutz und Erhaltung im Anthropozän (2024); Konturen und Konjunkturen der Denkmalpflege. Zum Umgang mit baulichen Relikten der Vergangenheit (2018).

 

Dr. Stéphanie Wintzerith, Karlsruhe

Mittwoch, 06.05., 18.15 Uhr, Neue Universität, HS 09
Museumsentwicklung. Empfehlungen aus der Perspektive der Besucherforschung

„Ein besucherorientiertes Museum ist ein erfolgreiches Museum“ – zumindest hat es bessere Chancen auf Erfolg als andere Museen. Was aber ist Erfolg für ein Museum? Kann man den Erfolg messen, abgesehen von den in diesem Zusammenhang längst umstrittenen Besuchszahlen? „Dank Besucherforschung kann das Museum maßgeschneiderte Angebote für seine Zielgruppen entwickeln“ – sicher, aber welche Zielgruppen eigentlich? „Ein Museum muss seine Besucher kennen, um auf deren Bedürfnisse eingehen zu können“. Von Besucherstruktur, Besuchsverhalten, Erwartungen oder Zufriedenheit bis hin zum Interesse potentieller Zielgruppen, die Ergebnisse der Besucherforschung liefern wertvolle Informationen für Ausstellungsmacher, Vermittler und das gesamte Museumsteam. Die Referentin vermittelt Einblicke in die Praxis der Besucherbefragungen.

Stéphanie Wintzerith ist freiberuflich im Bereich der Evaluation und Besucherforschung für Museen und andere kulturelle Einrichtungen tätig. Sie studierte an der EAP – Europäischen Wirtschaftshochschule (Paris-Oxford-Berlin), erlangte einen Magister in Ethnologie (Straßburg) und promovierte 2006 an der Universität Karlsruhe in Soziologie über die internationale Kooperation von Museen. Sie ist Mitglied im Vorstand des Straßburger Münstervereins und aktives Mitglied von ICOM, dem Internationalen Museumsrat.

Dr. Mechtild Rössler, Freiburg 

World Heritage in times of war and conflicts

Montag, 18.05., 16.15 Uhr    
Neue Universität, HS 03       

In numerous countries and regions, including in Europe, the Middle East, Africa and South-East Asia – many heritage sites have been damaged in recent years by wars and armed conflicts. A great number of these sites are included on UNESCO’s World Heritage List or are under enhanced protection with the 1954 Hague Convention and its two protocols. It appears that cultural sites become more and more targets of attacks, in a few cases also because of their international recognition through the 1972 UNESCO World Heritage Convention. This presentation by Dr Mechtild Rössler, former Director of the UNESCO World Heritage Centre, aims to demonstrate, from a practical perspective, what local stakeholders and the international community as a whole can do to protect cultural heritage sites and movable cultural objects. She also draws on her extensive field experience including in combat zones and from recent capacity building workshops. 

Mechtild Rössler studied cultural geography in Freiburg. Her doctoral thesis (University of Hamburg) focused on a topic in political geography. In 1991 she joined UNESCO, working in the Division for Ecological Science, then in UNESCO’s 1992 newly established World Heritage Centre in Paris. From 2015 until 2021 she was Director of the UNESCO World Heritage Center.

Prof. Dr. Hans-Rudolf Meier, Bauhaus-Universität Weimar

Kritische Kulturerbeforschung und Identitätsdebatten

Mittwoch, 20.05. 18.15 Uhr             
Neue Universität, HS 09

Im Herbst 2025 ist nach neunjähriger Förderung durch die DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) das Graduiertenkolleg „Identität und Erbe“ als gemeinsames Projekt der Technischen Universität Berlin und der Bauhaus-Universität Weimar ausgelaufen. Etwa 50 Doktorand:innen haben in drei Kohorten interdisziplinär zu dem breit angelegten Themenfeld geforscht. Der Vortrag versucht, eine vorläufige Bilanz zu ziehen und das Kolleg und sein Thema in den Debatten dieser Jahre zu Kulturerbe und zu Identitätsfragen zu situieren. Er bietet auch die Gelegenheit, diese Innensicht mit dem unvoreingenommenen Publikum zu diskutieren.

Hans-Rudolf Meier ist ausgebildeter Kunsthistoriker und war von 2008 bis 2023 Professor für Denkmalpflege und Baugeschichte an der Bauhaus-Universität Weimar. Er war zudem Sprecher des DFG Graduiertenkollegs „Identität und Erbe“ sowie Vorsitzender des Arbeitskreises Theorie und Lehre der Denkmalpflege. 

Podiumsdiskussion: Die Zukunft der Museen - Welche Museen für die Gesellschaft von morgen?

Gemeinsame Veranstaltung des HCCH und des Vereins „Kultur für Europa e.V.“, Heidelberg

Mittwoch, 10.06, 18.30 Uhr             
Print Media Akademie, Kurfürsten-Anlage 60 gegenüber Heidelberger Hauptbahnhof

Idee und Institution des Museums blicken auf eine gut 200jährige Geschichte zurück. Seitdem wurden sie vielfach hinterfragt, immer wieder totgesagt, es wurden Museumsreformen eingefordert und angestoßen. Als öffentlich geförderte Einrichtungen stehen sie unter permanenten Rechtfertigungsdruck; sie sehen sich vielfältigen, auch konträren Erwartungen ausgesetzt. Wie können Museen als Kristallisationsorte einer pluralen – oder polarisierten? – (Stadt‑)Gesellschaft dienen und unterschiedliche Zielgruppen ansprechen? Was sind Maßstäbe für zukunftsfähige Museumsbauten und zeitgemäße Ausstellungen? Wie lassen sich Depots für das Publikum öffnen? Welche sinnvollen Rollen können digitale Tools im Musem spielen, ohne das materielle, sinnlich erfahrbare Exponat zu verdecken? Können Museen in einem veränderten Umfeld weiterhin klassischen Kernaufgaben nachgehen, wie etwa der Dokumentation und Erforschung von Geschichte und Gegenwart? Entsprechende Fragestellungen werden häufig an große, global bekannte, ikonenhafte Museen gestellt. Wir möchten diese Fragen mit ausgewiesenen Museumsschaffenden diskutieren, vor allem im Blick auf mittelgroße sowie kleinere Museen der Region. Denn gerade diese Häuser sind für die breite gesellschaftliche Wirksamkeit der Institution Museum zentral.

 

Patricia Alberth, Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Kulturerbe im Wandel: Schutz, Nutzung und nachhaltige Entwicklung historischer Monumente in Baden-Württemberg

Mittwoch, 08.07., 18.15 Uhr            
Aula der Alten Universität

Die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg öffnen, vermitteln, entwickeln und bewahren 63 der landeseigenen historischen Monumente. Der größte kulturtouristische Anbieter des deutschen Südwestens bildet 2.000 Jahre Landesgeschichte ab. Wie die Schlösser, Burgen, Klöster und Gärten nicht nur als Denkmale geschützt, sondern als Orte für Bildung, Erholung und Veranstaltungen genutzt werden, legt Geschäftsführerin Patricia Alberth dar. Dabei spricht sie auch über aktuelle Herausforderungen wie den Klimawandel und den Einsatz moderner Technologien. Sie stellt einzelne Monumente vor und erläutert, wie deren historische Bedeutung mit modernen Anforderungen in Einklang gebracht wird.

Patricia Alberth studierte Wirtschaftswissenschaften und anschließend World Heritage Studies in Cottbus und war rund zehn Jahre bei der UNESCO in Paris tätig. Sie leitete anschließend das Zentrum Welterbe in Bamberg. Seit 2023 ist sie Geschäftsführerin der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. 

Organisation der Veranstaltungsreihe: Prof. Dr. Thomas Schmitt und Chiara Montebello