Vorlesungsverzeichnis

Allgemeine Informationen

Bitte beachten Sie, dass auf dieser Seite ausschließlich die Veranstaltungen aufgeführt sind, die von den Mitarbeiter*innen des HCCH angeboten werden. Weitere Veranstaltungen finden Sie in heiCO. Aufgrund der Struktur des Studiengangs ist es nicht möglich, alle anrechenbaren Veranstaltungen abzubilden. Unsere Studiengangskoordination berät Sie gerne bei der Auswahl geeigneter Veranstaltungen. Die Anmeldung zu Lehrveranstaltungen erfolgt immer via heiCO, wenn eine Voranmeldung via Email gewünscht ist, wird dies im KVV vermerkt. 

zu heiCO

Anmeldefristen

Tabelle

Anmeldung zu Lehrveranstaltungen
15.03. - 06.04.
Anmeldung zu Lehrveranstaltungen
01.09. - 11.10.
Abmeldung von Lehrveranstaltungen
bis 31.05.
Abmeldung von Lehrveranstaltungen
bis 31.12.
Anmeldung von Prüfungen
01.04. - 20.06.
Anmeldung zu Prüfungen
01.10. - 20.01.
Abmeldung von Prüfungen
bis 30.06.
Abmeldung von Prüfungen
bis 31.01.

Anmeldung zu Lehrveranstaltungen

Die An- und Abmeldung von Lehrveranstaltungen ist in heiCO vorzunehmen, ebenso ist in heiCO die verbindliche Prüfungsanmeldung für alle Arten von Lehrveranstatungen vorzunehmen, da die Leistung sonst nicht im System erfasst wird.

Bitte beachten Sie:

  • dass Sie sich bei Lehrveranstaltungen anderer Institute zur Teilnahme an die entsprechenden Dozent*innen wenden müssen
  • dass die Anmeldefristen von externen Veranstaltungen von denen des HCCH abweichen können!

Sommersemester 2026

BASISMODUL I

Ringvorlesung „Kulturerbe im 21. Jahrhundert.“ ( Prof. Dr. Thomas Schmitt, Chiara Montebello M.A.)

Termin: Mi. 18 - 20 Uhr; Raum: HS 09, Neue Universität; die Podiumsdiskussion findet voraussichtlich in der Heilig-Geist-Kirche statt; die separate Lektüresitzungen finden im Raum 413 (Marstallstraße 6) statt.

Die jährliche Ringvorlesung des HCCH steht in diesem Jahr unter dem bewusst offenen gewählten Titel „Kulturerbe im 21. Jahrhundert“. Referent:innen aus den Bereichen Denkmalpflege, Museumswissenschaften und Site Management stellen relevante Themen aus Wissenschaft und Praxis vor. Integriert in die Ringvorlesung ist eine Podiumsdiskussion zum Thema „Museen im 21. Jahrhundert“. – Neben den öffentlichen Vorträgen, die sich auch an ein breiteres Publikum richten, finden ergänzende Lektüre-Sitzungen zur Vor- oder Nachbereitung der Termine statt. Über die öffentlichen Termine informiert auch die Webseite des HCCH.

Hinweise zu Studien- und Prüfungsleistungen: regelmäßige Teilnahme an den Vorträgen sowie den Lektüresitzungen; Vorbereitung und Mitarbeit bei den Lektüresitzungen.

Zuordnung: BM1 RV (2 LP), Prüfungsnummer 1110

Hauptseminar „Dark Heritage in Baden-Württemberg. Vertiefungsthemen in Heritage Studies, Museumswissenschaften, Denkmalpflege und Kulturgüterschutz“ (Prof. Dr. Dr. Dimitrij Davydov)

Termin: Fr. 14 - 17 Uhr, Beginn: 17.04 ., Raum: 413 (Marstallstraße 6) u. online (siehe heiCO)

Als „Dark Heritage“, „Dissonant Heritage“ oder „Uncomfortable Heritage“ werden Objekte bezeichnet, die „direkt oder indirekt mit Tod, Mord, Gräueltaten, Gewalt, Leid und Schmerz in Verbindung zu bringen sind“ (Samida 2013, S. 123). Mit der deutschen Begriffsbildung „negatives Erbe“ wird dem Umstand Rechnung getragen, dass bestimmte kulturelle oder soziale Phänomene der Vergangenheit normativ entschieden abgelehnt, deren überkommene materielle Artefakte aber trotzdem – etwa aus Gründen der historischen Bildung – als erhaltenswürdig gewertet werden (Schmitt 2022, S. 118). Solche Objekte und Artefakte finden sich zahlreich auch in Baden-Württemberg; sie stehen überwiegend unter Denkmalschutz und werden gelegentlich museal genutzt. 

Das Seminar erlaubt Studierenden ab dem zweiten Semester des MA-Studiengangs, Themen aus den Bereichen Heritage Studies, Museumswissenschaften, Denkmalpflege und Kulturgüterschutz – jeweils mit Bezug zum „negativen Erbe“ in Baden-Württemberg aufzugreifen und für das Referat und die Seminararbeit zu vertiefen. Es wird im Regelfall erwartet, dass hierzu auch eine eigene kleinere Empirie durchgeführt wird, z. B. qualitative Interviews mit relevanten Akteur:innen in Museen oder Erbe-Stätten (ggfs. auch digital) oder kleinere Erhebungen an entsprechenden Orten. Hierdurch soll das Seminar einen forschungsorientierten Charakter erhalten. Ausnahmen für die Seminarbearbeitung ohne eigene Empirie sind nach Absprache möglich. Studierende können sowohl allein, als auch in selbst gebildeten Kleingruppen zu ihren Themen arbeiten. Es ist möglich, dass sich Studierende bereits in der vorlesungsfreien Zeit an den Dozenten wenden und gemeinsam mit ihm das eigene Thema absprechen. Ansonsten werden die Themen in der konstituierenden Sitzung vergeben; Vorschläge zu den oben genannten Bereichen sind vorhanden. Lektüresitzungen mit einem Schwerpunkt auf v. a. auf Gedenkstättenpraxis und Denkmalpflege) runden das Seminar ab. Seminarsprache ist Deutsch. Das Seminar wird als Blockseminar an mehreren ausgewählten Präsenz- und Onlineterminen durchgeführt (in der Regel freitags). Vorgesehen ist zudem eine Tagesexkursion zu einem Objekt in Baden-Württemberg.

Zuordnung: BM1 HS (8 LP), Prüfungsnummer 1120

Exkursion „Geschichte, Archäologie und kulturelles Erbe einer bedeutenden Provinz im Imperium Romanum: Die Gallia Narbonensis“ (Prof. Dr. Christian Witschel)

Zeitraum: 24.09. - 04.10.2026 (11-tägig mit zehn Übernachtungen; plus An- und Abreise-Tag)

Teilnahmekriterien & Anmeldung: Belegung des Mittelseminars zur Exkursion; die Anmeldungen laufen separat über heiCO.

Zuordnung: BM I EX (5 LP), Prüfungsnummer 1130

Mittelseminar zur Exkursion: „Eher Italien als Provinz' - eine Kulturgeschichte der Gallia Narbonensis“ (als Vorbereitung auf die Exkursion im Sept./Okt.)

Termin: Di. 11 - 13 Uhr (c.t.); Raum: s. heiCO

Das Seminar beschäftigt sich mit der historischen Entwicklung einer der am besten bekannten Provinzen des Römischen Reiches, der Gallia Narbonensis (im heutigen Südfrankreich), welche nach einem bekannten Ausspruch des jüngeren Plinius von ihrer kulturellen Ausprägung her „eher Italien als Provinz“ (Italia verius quam provincia) war. Es wird zu fragen sein, wie es hierzu kam und was den besonderen ‚römischen‘ Charakter der Provinz ausmachte. Dabei wird der Blick auf einen breiten Zeitraum vom 2. Jh. v. bis zum 5. Jh. n. Chr.  gerichtet. Schwerpunkte werden sein: Die Einrichtung der Provinz und ihre Verwaltung; die städtischen Zentren und ihre Monumente, die lokalen Eliten und ihr Aufstieg in die Reichsaristokratie; das religiöse Feld (inklusive des Kaiserkults); die wirtschaftliche Produktion und die Handelsnetze (v.a. über das Mittelmeer und die Rhône) sowie die Transformation der Region in der Spätantike. Schließlich werden wir einen etwas intensiveren Blick auf das römische UNESCO-Welterbe in der Provence (Arles, Orange, Pont du Gard) werfen und fragen, warum gerade diese Monumente ausgewählt wurden und was sie über die römische Epoche vermitteln können.

Dieses Mittelseminar dient der Vorbereitung auf eine Exkursion nach Südfrankreich Ende September/Anfang Oktober (s.u.) und richtet sich damit in erster Linie an diejenigen Studierenden, die auf die Exkursion mitfahren möchten. Da Inschriften eine wichtige Quelle für das Thema darstellen, sind für Studierende der Alten Geschichte bzw. Geschichte sowie des MA-Studiengangs ‚Classics‘ grundlegende Lateinkenntnisse vonnöten; für Studierende des MA-Studiengangs ‚Cultural Heritage‘ sind sie hingegen nicht erforderlich.

Teilnahmekriterien & Anmeldung: siehe heiCO.  

BASISMODUL II

Übung „Denkmal- und Museumsrecht in Deutschland“ (Prof. Dr. Dr. Dimitrij Davydov)

Termin: Fr. 09 - 13 Uhr, Blockveranstaltung (Termine s. heiCO)

Die Etablierung einer institutionellen Denkmalpflege in Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde von einer zunehmenden Verrechtlichung dieser Materie begleitet. Die ersten deutschen Denkmalschutzgesetze legten unter anderem fest, welche Merkmale ein Denkmal haben sollte, wann und von wem archäologische Grabungen ausgeführt werden durften, wer für die Auswahl erhaltungswürdiger Objekte und deren fachliche Betreuung zuständig war und welche Pflichten Eigentümern und Besitzern solcher Objekte auferlegt wurden. Diese Grundfragen der Denkmalpflegepraxis gehören auch heute noch zum normativen Kernbestand der Denkmalschutzgesetze der Länder. Aufgrund völker- und europarechtlicher Einflüsse und dank einer inzwischen sehr umfangreichen Rechtsprechung kommen jedoch zahlreiche weitere Regelungen dazu. Dagegen sind Spezialgesetze, die die Tätigkeit öffentlicher Museen und Sammlungen regeln, auf Bundes- und Länderebene nicht vorhanden. Rechtsgrundlagen der Museumsarbeit finden sich lediglich vereinzelt im Zusammenhang mit dem Recht der Kulturförderung und den Bestimmungen zum grenzüberschreitenden und innerstaatlichen Verkehr beweglicher Kulturgüter (KGSG). 

Die Lehrveranstaltung bietet einen Überblick über das Recht der Denkmalpflege und das Recht der öffentlichen Museen als Teilbereiche des deutschen Kulturverwaltungsrechts. Im Fokus der Vorlesung stehen Trägerschaft und Organisationsformen, Rechtsbegriffe und Verfahren, die anhand von Fällen aus der behördlichen und gerichtlichen Praxis vorgestellt werden. Aktuelle Entwicklungen und Tendenzen im Denkmal- und Museumsrecht werden auf der Grundlage von medial beleuchteten Gerichtsverfahren und Gesetzgebungsinitiativen diskutiert. Eine ausführliche Literaturliste ist auf Moodle hinterlegt.

Zuordnung: BM II Ü (3 LP), Prüfungsnummer 1230

PRAXISMODUL

Übung „Vom Umgang mit Mumien, Moulagen und anderen Kostbarkeiten: Basiskurs Objekthandling“ (Robert Bitsch M.A.)

Termine: Blockseminar, Einzeltermine s. heiCO., Ort: Völkerkundemuseum Heidelberg 

Objekten in musealen Sammlungen sind Zeitzeugnis, Dokument, Belegstück und Wissensspeicher zugleich. Aus kulturwissenschaftlicher Perspektive ist dieses materialisierte kulturelle Erbe eine erschließbare Primärquelle, das uns ein Fenster in andere Räume und Zeiten öffnet und uns so Erkenntnisse über die kulturellen Praktiken der Herkunftsgesellschaften bereithält, die es zu erschließen gilt. Museale Sammlungen fungieren hierbei essentiell als Archive mit den primären Aufgaben der Bewahrung, Erschließung und der Bereitstellung dieser Quellen für das globale Gedächtnis und den Erkenntnisprozess.  Dabei stellt uns der Umgang mit den Objekten vor ganz konkrete Herausforderungen – sowohl physischer Natur als auch ethischer Prinzipien. Das Seminar folgt deshalb einer Dreigliederung mit den Themenschwerpunkten: Material erkennen, konservatorische Grundlagen und ethische Leitlinien, und verfolgt das Ziel der Professionalisierung im Umgang mit den Objekten unter Berücksichtigung der rezenten, ethischen Diskurse.  Die Teilnehmerzahl ist auf 17 Personen begrenzt. Anmeldung erfolgt über heiCO.

Zuordnung: PM S (5 LP), Prüfungsnummer 1310

Übung: „Digital Heritage “ (Jun. Prof. Dr. Rahaf Orabi)

Termin: Di (alle 2 Wochen)  12 – 16 Uhr, Beginn: 14.04.2026, Raum: Übungsraum 016 (Marie Marcks - Raum), IEK

This course introduces digital cultural heritage, its importance, core tools, and key application areas. The primary emphasis is on photogrammetry as a method of 3D digitization, complemented by an introduction to new 3D rendering and scene reconstruction techniques such as Gaussian Splatting. Students will explore the use, advantages, and limitations of digital tools in diverse contexts such as archaeological sites, museum objects, and archaeological excavations. The course also develops practical skills in planning and executing data acquisition, data processing, analysis and dissemination. Software introduced in the course includes RealityScan, Agisoft Metashape, and Scaniverse.  (The course is hold in English).

Final assessment: For the final exam, students will complete and submit a 3D that employs photogrammetry or Gaussian Splatting to acquire, process, and/or analyze at least one digital asset. Assessment will be based on an individual oral presentation of the project (15–20 minutes per student) and the quality of the data acquisition and the final 3D model. Course participation is limited.

Zuordnung: PM Ü1 (3LP), Prüfungsnummer 1330

VERTIEFUNGSMODUL

Vorlesung „Kulturelles Erbe. Eine Einführung, Teil II: Schwerpunkt "Immaterielles Kulturerbe“ (Prof. Dr. Thomas Schmitt)

Termin: Mi. 11 - 13 Uhr , Beginn: 15.04.2026,  Raum: HS 02, Neue Universität

Immaterielles Kulturerbe erfuhr als eigenständige Schutzkategorie insbesondere durch die UNESCO-Konvention von 2003 eine weltweite Anerkennung. Die Vorlesung die zeitgeschichtlichen Hintergründe und Genese, die Inhalte und Verfahren der UNESCO-Konvention zum Erhalt des immateriellen Kulturerbes vor. Anhand u.a. eines zentralen Fallbeispiels aus der Forschung des Dozenten und im Rückgriff auf die Critical Heritage Studies werden Sinnhaftigkeit, Möglichkeiten und Grenzen der Ausweisung und des Erhalts immateriellen Erbes diskutiert. Ferner werden exemplarisch Besonderheiten ausgewählter Gattungen des immateriellen Erbes vorgestellt, etwa verschiedener Erzähltraditionen (insbesondere Märchenerzählen/Märchen als Immaterielles Kulturerbe). Ein einführender Exkurs vermittelt Grundprinzipien ethnologischer/ ethnographischer Forschung, die als grundlegend für die Arbeit zu Immateriellem Kulturerbe gelten. Je nach zeitlichen Möglichkeiten werden über den Schwerpunkt zu Immateriellem Kulturerbe hinaus weitere Themengebiete der Heritage Studies behandelt (ggf. einführende Sitzungen zu den Museumswissenschaften oder Memory Studies). – Die Vorlesung ist als Fortsetzung der Wintersemester-Vorlesung zu Kulturellem Erbe konzipiert, kann jedoch auch unabhängig davon besucht werden.

Hinweise zu Studien- und Prüfungsleistungen: regelmäßige Teilnahme und Mitarbeit sowie Vor- und Nachbereitung; bei Bedarf kürzere Feststellungsprüfung.

Zuordnung: VM V2 (2 LP), Prüfungsnummer 2110

Seminar „World Heritage in Danger between Risks and Resilience“ (Jun. Prof. Dr. Rahaf Orabi)

Termin: Do. (alle 2 Wochen) 10 - 14 Uhr, Beginn: 16.04.2026, Raum: 413 (Marstallstraße 6)

This course is structured around the reality that heritage sites and World Heritage Properties, in particular, are increasingly exposed to escalating hazards, from natural disasters and climate change to armed conflict, neglect, and vandalism. Students will be introduced to the foundational framework of the UNESCO World Heritage Convention, critically analyze the criteria for the World Heritage in Danger List, and explore the essential legal and operational mechanisms, such as the 1954 Hague Convention, for protecting heritage during armed conflict. The course moves beyond theoretical conservation practices to focus on proactive, integrated disaster risk management and resilience-building. (The course is hold in English).

Final assessment: For the final exam, the students are expected to examine and present an endangered heritage site as a case study. Assessment will be based on a seminar paper and an individual oral presentation of the project (15–20 minutes per student).

Zuordnung: VM S (5 LP), Prüfungsnummer 2130

Seminar „Museum von morgen: Vision und Zukunft“ (Prof. Peter Spuhler, Till Schweitzer, Prof. Dr. Thomas Schmitt)

Termin: Mo. 13 - 16 Uhr (ca. 3-stündig), in ein- bis zweiwöchigem Rhythmus, ggf. Zusatztermine nach Vereinbarung; Raum: teils in HS 413 (Marstallstraße 6), teils in Räumlichkeiten der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim

Die Lehrveranstaltung widmet sich der Frage, wie Museen im 21. Jahrhundert innovativ, relevant und zukunftsfähig gestaltet werden können. Das Seminar wird kollaborativ vorbereitet und geleitet durch den Architekten Till Schweizer, den Kulturmanager Prof. Peter Spuhler sowie Prof. Thomas Schmitt (HCCH). In enger Zusammenarbeit mit den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim (rem) und deren Generaldirektion mit Prof. Dr. Wilfried Rosendahl werden am konkreten Beispiel des Museum Zeughaus der rem realitätsnahe Zukunftsszenarien für Museumsarbeit und -gestaltung entwickelt. Die Veranstaltung ist als Praxisseminar konzipiert. Die einzelnen Termine (in der Regel dreistündige Einheiten im ein- bis zweiwöchigem Rhythmus) finden teils in Heidelberg, teils vor Ort in den rem statt. Die Studierenden erarbeiten eigenständige, innovative Konzepte zu Ausstellungsinhalt, -architektur und -vermittlung, die abschließend einem Fachpublikum aus den rem präsentiert und mit diesem diskutiert werden. Eine schriftliche (Gruppen-) Seminararbeit fasst die präsentierten Ergebnisse zusammen und führt sie ggf. weiter aus.

Hinweise zu Studien- und Prüfungsleistungen: Teilnahme und Mitarbeit; Erarbeitung und mündliche Präsentation eines Konzepts zur Museumsentwicklung; schriftliche Seminararbeit

Zuordnung: VM S (5 LP), Prüfungsnummer 2130

Übung „Subkulturen“ und immaterielle Kulturerbepraxis (Felix Brönner M.A., Hagen Gersie M.A.)

Termin: Do. 14 -16 Uhr, Beginn: 16.04.2026, Raum: 413 (Marstallstraße 6)

Wie wird aus einer Szene Kultur – und aus einer Kultur „Erbe“? Dieses Seminar untersucht anhand vielseitiger Fallbeispiele, wie Subkulturen und kulturelle Praktiken als immaterielles Kulturerbe verstanden, diskutiert oder umkämpft werden. Ob Hip-Hop, Punk, kongolesischer Sapeurismus oder Skat: Wir fragen, was diese Praktiken ausmacht, welche gesellschaftliche Bedeutung sie haben und unter welchen Bedingungen sie als Kulturerbe gelten könnten. Nach einer thematischen Einführung arbeiten wir praxisnah: Wir rekonstruieren reale Antragsprozesse, entwerfen eigene Aufnahmeanträge für das UNESCO-Verzeichnis oder analysieren kritisch die Relevanz solcher Eintragungen für subkulturelle Szenen. Dabei rückt auch das Spannungsverhältnis zwischen lebendiger, oft widerständiger Subkultur und der Institutionalisierung als „Kulturerbe“ in den Fokus. Die Übung verbindet theoretische Grundlagen mit methodischen Übungen und ermöglicht so einen reflektierten Blick auf die Dynamiken zwischen kultureller Praxis, Anerkennung und Kanonisierung.

Zuordnung: VM Ü (5 LP), Prüfungsnummer 2140

ABSCHLUSSMODUL

Forschungskolloquium „Cultural Heritage/Heritage Studies“ (Prof. Dr. Thomas Schmitt)

Termin: Mo. 16 - 18 Uhr (c.t.); Raum: HS 03, Neue Universität 

Das Forschungskolloquium bietet einen Rahmen für unterschiedliche Aktivitäten, welche überwiegend das Ziel haben, die Studierenden des Master-Studiengangs „Cultural Heritage und Kulturgüterschutz“ an aktuelle Forschungs- und Praxisthemen der Heritage Studies heranzuführen. Hierzu zählt insbesondere die Vorstellung von geplanten Master- oder Promotionsarbeiten. Dadurch erhalten die Studierenden Einblicke in typische Herausforderungen bei der Vorbereitung und beim Abfassen einer Master-Arbeit oder Dissertationsschrift. Weitere mögliche Elemente des Kolloquiums sind, je nach Semester mit unterschiedlichen Schwerpunkten, die Diskussionen mit externen Referent:innen aus Wissenschaft und Praxis, die Vorstellung von Forschungsmethoden oder gemeinsame Textdiskussionen (auch in Form studentisch geleiteter Tutorien). Neben dem Regeltermin können auch Zusatztermine in das Forschungskolloquium integriert werden (z. B. Halbtagesexkursionen und Ortstermine). Einige Veranstaltungen im Rahmen des Kolloquiums dienen der grundlegenden wissenschaftlichen Orientierung von Studierenden (Tutorien, stadthistorische Exkursion Heidelberg, grundlegende Einführung in sozialwissenschaftliche Methoden – Letzteres in der Regel im Sommersemester). 

Laut Modulhandbuch ist das Forschungskolloquium für das vierte Semester vorgesehen. Für die eigene Ausbildung wird jedoch nachdrücklich empfohlen, bereits ab dem ersten Semester freiwillig Veranstaltungen des Kolloquiums zu besuchen. Insgesamt sollten bis zum Ende des Studiums mindestens etwa vierzehn Kolloquiums-Termine (inklusive Sondertermine) wahrgenommen und in einer entsprechenden Liste dokumentiert werden. 

Hinweise zu Studien- und Prüfungsleistungen: Teilnahme und Mitarbeit. Die Studierenden der Abschlusssemester stellen zudem einen Zwischen-Stand zu ihrer Master-Arbeit zur Diskussion vor (vgl. Prüfungsordnung).

Beginn: Der erste Termin wird allen Studierenden des MA-Studiengangs, deren E-Mail-Adresse uns vorliegt, per E-Mail mitgeteilt; Sprachen: Deutsch und Englisch.

Anmeldung: Alle uns bekannten Studierenden des MA-Studiengangs werden über die Termine des Forschungskolloquiums regelmäßig informiert. Zur Prüfung melden sich nur diejenigen Studierenden an, welche ihre MA-Arbeiten präsentieren.

Zuordnung: AM Koll (2 LP), Prüfungsnummer 1410

WAHLMODUL provenienz- und Fälschungsforschung 

Oberseminar „Kunstfälschungen“ (Prof. Dr. Henry Keazor, Institut für Europ. Kunstgeschichte)

Mo. 11:00 – 13:00 Uhr, Beginn: 24.10.; Raum: Marstallstr. 6, Raum 413 

Die 2021 gegründete, international in der universitären kunstgeschichtlichen Lehre geradezu einmalige Fälschungs-Studiensammlung HeFäStuS ermöglicht den Erwerb gleich mehrerer Kompetenzen: Zum einen sensibilisiert sie für die Begegnung mit Kunstfälschungen im späteren Berufsleben; zudem gibt die den Teilnehmer:innen die Möglichkeit, den ebenfalls für das spätere Berufsleben wichtigen händischen Umgang mit Werken zu üben, denn die aus Asservatenkammern von Landeskriminalämtern stammenden Fälschungen können (anders als sonst meistens im Studium) nicht nur, sondern sollen von den Teilnehmer:innen angefasst und untersucht werden: Die Fälschungen sind zwar kriminologisch, nicht jedoch kunsthistorisch erschlossen, so dass es hier noch die Möglichkeit zu eigener Forschung gibt. Die Ergebnisse verschwinden sodann auch nicht in Hausarbeiten, sondern werden über eine sukzessive für die Öffentlichkeit freigeschaltete Datenbank veröffentlicht. Da in Bezug auf die Fälschungen auch all jene Fragen gestellt werden müssen, die auch für Originale relevant sind (Provenienz, Stilkritik, Kunsttechnologie), können die Teilnehmenden so „aus dem Falschen das Richtige lernen“ (so auch der Untertitel einer im Frühjahr und Sommer 2024 mit überwältigendem Erfolg am Kurpfälzischen Museum Heidelberg organisierten Ausstellung mit Exponaten aus dem Bestand von HeFäStuS). Zuletzt werden in den Sitzungen auch Expert:innen zu den jeweils relevanten Bereichen (z.B. Autor:innen von Werkverzeichnissen oder Beamt:innen der beteiligten Landeskriminalämter) zu Gesprächen zugeschaltet und es finden praktische Demonstrationen von materialtechnischen Analyse-Instrumenten statt. Der Bestand von HeFäStuS umfasst gefälschte Werke von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, sodass in dem Seminar verschiedene Epochen abgedeckt werden.

Anmeldung online in heiCO – im Zeitraum 23.-29.03.26

Zuordnung: WM 5c Ü (3 LP), Prüfungsnummer 3320

WAHLMODUL Vermittlung und Präsentation

Seminar „Museum von morgen: Vision und Zukunft“ (Prof. Peter Spuhler, Till Schweitzer, Prof. Dr. Thomas Schmitt)

Termin: Mo. 13 - 16 Uhr (ca. 3-stündig), in ein- bis zweiwöchigem Rhythmus, ggf. Zusatztermine nach Vereinbarung; Raum: teils in HS 413 (Marstallstraße 6), teils in Räumlichkeiten der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim

Die Lehrveranstaltung widmet sich der Frage, wie Museen im 21. Jahrhundert innovativ, relevant und zukunftsfähig gestaltet werden können. Das Seminar wird kollaborativ vorbereitet und geleitet durch den Architekten Till Schweizer, den Kulturmanager Prof. Peter Spuhler sowie Prof. Thomas Schmitt (HCCH). In enger Zusammenarbeit mit den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim (rem) und deren Generaldirektion mit Prof. Dr. Wilfried Rosendahl werden am konkreten Beispiel des Museum Zeughaus der rem realitätsnahe Zukunftsszenarien für Museumsarbeit und - gestaltung entwickelt.  Die Veranstaltung ist als Praxisseminar konzipiert. Die einzelnen Termine (in der Regel dreistündige Einheiten im ein- bis zweiwöchigem Rhythmus) finden teils in Heidelberg, teils vor Ort in den rem statt. Die Studierenden erarbeiten eigenständige, innovative Konzepte zu Ausstellungsinhalt, -architektur und -vermittlung, die abschließend einem Fachpublikum aus den rem präsentiert und mit diesem diskutiert werden. Eine schriftliche (Gruppen-) Seminararbeit fasst die präsentierten Ergebnisse zusammen und führt sie ggf. weiter aus.

Hinweise zu Studien- und Prüfungsleistungen: Teilnahme und Mitarbeit; Erarbeitung und mündliche Präsentation eines Konzepts zur Museumsentwicklung; schriftliche Seminararbeit.

Zuordnung: WM S (5 LP), Prüfungsnummer 3510

Übung „Vermittlungskonzepte im Außengelände“ (Tina Schöbel M.A.)

Termin: Fr. 14 - 16 Uhr, Beginn: 24.04.2026; Raum: HS 04, Neue Universität

In der Veranstaltung werden die Möglichkeiten der Vermittlung im Außenbereich erarbeitet und am Beispiel des Archäologieparks Burg Wersau ein konkretes Konzept erstellt. Dabei geht es unter anderem um Wegeführung, Informationssystem und Präsentation der Geschichte des Geländes. Die erarbeiteten Ideen und zusammengestellten Informationen sollen längerfristig bei der anstehenden Neugestaltung des Informationsangebotes auf dem Gelände einfließen.  Im Rahmen der Veranstaltung werden zwei längeren Termine (ca. 14:00 -18:00 Uhr) vor Ort auf dem Gelände der Burg Wersau abgehalten; die restlichen Seminarstunden finden im Hörsaal statt.  Als Leistungsnachweis sind, neben der regelmäßigen und aktiven Teilnahme, ein Kurzreferat zu halten sowie die selbständige Zusammenstellung von Texten und Material für eine Informationstafel vorzunehmen.  Das Seminar ist auf 15 Teilnehmer beschränkt. Voranmeldung per E-mail und heiCO. 

Zuordnung: WM 5e Ü (5 LP), Prüfungsnummer 3520

Übung (gemeinsam mit Dr. Andreas Hensen):  „Ein herausragendes Zeugnis der römischen Epoche in Südwestdeutschland: Das ´Prunkportal´ von Lopodunum/Ladenburg. Zur Konzeption eines Medientisches" (museumsdidaktische Veranstaltung in Kooperation mit dem Lopdengau-Museum Ladenburg). (Prof. Dr. Christian Witschel)

Bei Bauarbeiten wurde im Jahr 1973 in Ladenburg ein Fundkomplex aus der römischen Epoche von Lopodunum entdeckt, der zu den bedeutendsten Zeugnissen der Römerzeit in unserem Bundesland gehört. 51 Messingbeschläge von höchster technischer und künstlerischer Qualität lassen sich nach der archäologischen Auswertung wahrscheinlich einem zweiflügligen Portal zuordnen, das den Zugang zu einem öffentlichen Gebäude erschloss. Noch in römischer Zeit wurden diese Beschläge abmontiert, verpackt und unter dem Fußboden eines Raumes am sog. ‚Südforum‘ versteckt. Dieses ‚Prunkportal‘ befindet sich in Landesbesitz und wird ab dem Spätjahr 2026 erstmals im Ladenburger Lobdengau-Museum in einer Sonderausstellung gezeigt werden. Für diese Präsentation ist ein interaktiver Medientisch zu konzipieren und mit Inhalt zu befüllen. Im Rahmen der Übung sollen hierfür die nötigen wissenschaftlichen Grundlagen (auf Basis der bisherigen Forschungen) aufgearbeitet und hiervon ausgehend Fragestellungen für ein breiteres Publikum formuliert sowie ein attraktives Vermittlungs-Konzept für den Medientisch entwickelt werden. Anmeldung per E-Mail (s. heiCO)

Zuordnung: WM 5e Ü (5 LP), Prüfungsnummer 3520

Wahlmodul Kulturen der Welt

Vorlesung „Von Caesar bis Chlodwig: Das römische Gallien aus historischer und archäologischer Perspektive“ (Prof. Dr. Christian Witschel, Dr. Roland Prien)

Termin: Do. 11 - 13 Uhr (c.t.), Raum: HS 09 Neue Universität 

Die Vorlesung behandelt die Geschichte des römischen Galliens, d.h. sowohl der Gallia Narbonensis als auch der Tres Galliae (Aquitania, Lugdunensis, Belgica), vom 2. Jh. v. bis zum Ende des 5. Jhs. n. Chr. – und dies konsequent jeweils aus der (alt)historischen und aus der archäologischen Perspektive. Dabei werden u.a. folgende Aspekte zur Sprache kommen: Die griechische Kolonie Massalia und ihr Einfluss auf die einheimischen Siedlungen in Südgallien; das keltische Gallien und seine Eroberung durch Caesar; die militärische Organisation in der Frühzeit; die Einrichtung der römischen Provinzen und ihre Administration; das Städtewesen und die lokalen Eliten sowie deren sozialer Aufstieg; der urbanistische Ausbau der Zentralorte; der provinziale und munizipale Kaiserkult; sog. ‚sekundäre‘ Orte (vici) und die ländliche Besiedlung; die wirtschaftliche Entwicklung und Handels-Verflechtungen; die Frage des Fortbestehens indigener Kulturelemente und der ‚Romanisierung‘; Bürgerkriege und Germaneneinfälle während des 3. Jhs. n. Chr.; die (administrative) Neuordnung zu Beginn des 4. Jhs. und die Etablierung der Kaiserresidenz Trier; die Christianisierung Galliens sowie das Ende der römischen Herrschaft in Gallien und die Entstehung von ‚Nachfolgereichen‘, insbesondere desjenigen der Franken unter der Führung Chlodwigs.

Zuordnung: WM 5a VL (2 LP), Prüfungsnummer 3110

 

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